Wildschweine nach Maisernte: Erhöhtes Unfallrisiko an Feldern und Wäldern

0

Rund 222.000 Wildunfälle in der Saison 2024/2025 verdeutlichen die Gefahr des Straßenverkehrs. Dämmerung, Brunft und Maisernte sorgen dafür, dass Wildtiere Straßen queren oder an ihnen entlangziehen. Der Deutsche Jagdverband weist auf diese Entwicklung hin. Autofahrer sollten in Wald- und Feldnähe defensiv fahren und Bremsreserven einplanen. Wird ein Tier erkannt, helfen abgeblendetes Licht, Hupen und Bremsen. Ist der Aufprall nicht vermeidbar, vermeiden Fahrer Ausweichbewegungen. Die Absicherung, Meldung und Dokumentation erleichtert Versicherungsleistungen.

Neue Bewegungsmuster erhöhen Wildwechsel zwischen Feldern und Waldabschnitten merklich

Der Herbst schafft mehrere Ursachen für häufigere Begegnungen zwischen Verkehr und Wild. Die Dämmerung liegt in den Stunden des Berufsverkehrs, sodass aktive Tiere und viele Fahrzeuge gleichzeitig unterwegs sind. Hinzu kommt die Brunft, durch die Rot und Damwild ihre Bereiche öfter wechseln. Wildschweine verlassen nach der Maisernte ebenfalls ihre gewohnten Aufenthaltsorte. Ohne die schützenden Pflanzen und das Nahrungsangebot der Felder orientieren sie sich stärker zu Waldflächen und können Fahrbahnen erreichen.

Hohe Höchstgeschwindigkeiten bieten auf neuen Waldstraßen keine ausreichende Sicherheit

Die Gefahr eines Wildunfalls lässt sich vor allem durch Bremsreserven mindern. Deshalb sollte der Fahrer an Waldrändern, Feldern und sonstigen unübersichtlichen Bereichen frühzeitig vom Gas gehen. Ein Pkw legt bei 80 Kilometern pro Stunde ohne Reaktionszeit ungefähr 60 Meter bis zum Stillstand zurück. Diese Distanz übersteigt häufig den Abstand, in dem ein Tier wahrgenommen wird. Zurückhaltung ist auf Straßen im Wald erforderlich, wenn Schilder und Tempo die Wildgefahr nicht berücksichtigen.

Bei unvermeidbarer Kollision bremsen, nicht abrupt die Richtung wechseln

Bei Wild auf oder neben der Straße sollte der Fahrer seine Fahrweise sofort anpassen. Abgeblendetes Fernlicht verhindert, dass Tiere durch die Beleuchtung irritiert stehen bleiben. Der Fahrer verringert das Tempo, ohne die Kontrolle über das Fahrzeug zu verlieren, und hupt als zusätzlichen Warnreiz. Da ein einzelnes Tier auf weitere Tiere hindeuten kann, bleibt der Blick auf beide Fahrbahnränder gerichtet. Bei unvermeidbarem Aufprall schützt Bremsen in der Spur besser als Ausweichen.

Unfallabsicherung verhindert Folgeunfälle und erfüllt wichtige Meldepflichten nach Wildkollisionen

Nach der Kollision ist besonnenes Vorgehen erforderlich. Der Fahrer macht sein Fahrzeug durch den Warnblinker sichtbar und sichert die Unfallstelle mit dem Warndreieck ab. Um herannahenden Verkehr rechtzeitig zu warnen, wird es innerorts 50 Meter, auf Landstraßen 100 Meter und auf Autobahnen mindestens 150 Meter hinter dem Fahrzeug aufgestellt. Unabhängig von einer möglichen Fahrerfluchtfrage sollte der Unfall unverzüglich bei Polizei oder Behörde gemeldet werden, weil häufig eine gesetzliche Verpflichtung besteht.

Der Jagdpächter entscheidet über Bergung und Verbleib getöteter Tiere

Verletztes Wild nach einer Kollision sollte ausschließlich durch qualifizierte Personen versorgt werden. Der Fahrer hat weder die Befugnis noch die notwendige Ausrüstung, Tiere zu bergen, mitzunehmen oder zu verfolgen. Nach der Absicherung der Unfallstelle informiert er Polizei oder zuständige Behörde. Diese leitet die Nachricht an den Jagdpächter oder Jäger weiter. Die Mitnahme eines toten Stückes kann als Wilderei geahndet werden. Unterbleibt die Meldung, sind auch Konsequenzen wegen Tierquälerei rechtlich möglich.

Nach einem Wildunfall sind Bescheinigung und Fotos besonders wichtig

Die Regulierung über die Teilkasko setzt bei Wildschäden eine verlässliche Dokumentation voraus. Als offizieller Nachweis gilt die Unfallbescheinigung, die nach dem Ereignis von der Polizei oder dem Jagdpächter erstellt wird. Der Fahrer sollte zusätzlich Fotos anfertigen und diese sicher aufbewahren. Relevant sind insbesondere Ansichten des Unfallorts, des beschädigten Fahrzeugs und, wenn möglich, des Tieres. Solche Unterlagen ermöglichen dem Versicherer eine Plausibilitätsprüfung, reduzieren Rückfragen und unterstützen eine transparente Entscheidung zum Schaden.

Auch bei Sicht sollten Fahrer auf Strecken mit möglichem Wildwechsel nicht ausschließlich auf Verkehrszeichen vertrauen. Tiere nutzen Wechsel, neue Straßenführungen und offene Flächen unabhängig davon, ob Warnhinweise vorhanden sind. Ein vorsichtiges Tempo ermöglicht es, Hindernisse früher wahrzunehmen und den Wagen ohne Kontrollverlust abzubremsen. Nach dem Erkennen eines Tieres ist mit weiteren Tieren zu rechnen. Kommt es dennoch zum Unfall, gewährleisten Absicherung, Meldung und nachvollziehbare Unterlagen eine geordnete und versicherungstechnische Bearbeitung.

Lassen Sie eine Antwort hier